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Rodney kam in Newport Beach auf die Welt - nicht in einem Brutkasten, sondern in einem kalifornischen Pfarrhaus, aber wie Cooper Hawkes war er ein rebellischer Charakter, weswegen er für seinen Vater, den Pfarrer, das schwarze Schaf in seiner Kinderherde war. Kaum war er volljährig, verschwand Cooper nach Europa und verdingte sich dort als Fotomodell. Sein Erfolg beim Posieren brachte ihn bald zurück ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo er u. a. für Calvin Klein arbeitete, bis ihm Top-Fotograf Bruce Weber vorschlug, es doch auch mal als Schauspieler zu probieren. Der Gedanke ließ Rodney nicht mehr los. Irgendwie spürte er tief in sich drinnen, daß das sein nächster Schritt sein mußte. Vor der Kamera zu promenieren hatte ihn damit vertraut gemacht, sich selbst öffentlich zu präsentieren, aber es war die immer gleiche flache Rolle eines lebenden Ausstellungsstücks. Sein alter Hunger nach Erfahrungen erwachte wieder. Er wollte mehr. Rodney nahm Stunden, spielte viel Theater in New York und landete in einigen unabhängig produzierten Kinofilmen wie FUEL, UNDER THE BOARDWALK und IF SOMEONE HAD KNOWN, bevor er sich zu den SPACE-Marines meldete. Kürzlich spielte er außerdem in MARSHAL LAW den jungen Butchie. Randy Stone, der Talentsucher von FOX TELEVISION war auf den jungen Rebellen gestoßen, der sich keine Schranken auferlegen lassen wollte, und empfand ihn als die Idealbesetzung für den aufsässigen. aber auch aufopferungsvollen InVitro Cooper Hawkes. Stone empfahl Glen Morgan und James Wong seinen neuen Schützling. Allerdings hatten einige Freunde Rodneys gerade einen gefährlichen Unfall knapp überlebt, und das Vorsprechen des davon noch ganz betroffenen Akteurs geriet so dilettantisch, daß ihn die Serien-Admiräle nicht anheuern wollten. Stone bekniete die beiden jedoch so lange, bis sie seiner Entdeckung eine zweite Chance gaben, die Rodney prompt abermals versaute, well er soeben ausgerechnet höheres Fieber bekommen hatte. Als Stone immer noch von Rodneys Qualitäten schwärmte, stieg Glen Morgan die Galle hoch, und er brüllte, daß dieser Typ eine einzige Katastrophe sei und keinen vernünftigen Satz rausbekäme. Stone, der immer noch Rodneys erstes Vorsprechen im Hinterkopf hatte, nervte die Serienmacher aber so lange, bis sie einen dritten, aber garantiert allerletzten Versuch wagten. Sie ließen ihn gewähren. Denn irgendwie kam es ihnen auch gar nicht mehr so darauf an, da man ohnehin bereits plante, einen bekannteren Schauspieler für die Rolle zu engagieren, doch ausgerechnet jetzt, wo ein paar Dutzend Verantwortliche des Senders dem bisher so stümperhaft auftretenden Ex-Model zusahen, legte er eine Supershow hin, so daß es jeden instinktiv durchfuhr: Der und nur der ist unser Cooper Hawkes. Doch das war noch nicht seine letzte Bewährungsprobe: Frisch am Set, nach einem langen Flug nach Australien, bekam er gleich eine schwere Szene verpaßt, in der er seine neue Kollegin Kristen Cloke küssen mußte. Rodney spürte, daß das der alles entscheidende Moment war. Als er vor der Kamera stand, sah er die unbestechlichen Augen von Glen Morgan auf sich gerichtet und begriff, daß der nun sehen wollte, ob er bei der Drehhektik bestehen könne. Zu allem Überfluß wurde die Szene wiederholt und wiederholt. Bis zum Erbrechen mußte er sich anhören, wie Shane ihm von einem Traum erzählt, der sie des öfteren aus dem Schlaf reißt. Immer wieder dieselben Worte, immer wieder ihr gequältes Gesicht, immer wieder sein Versuch, die Lippen auf ihren Mund zu drücken, immer wieder ihre abwehrend hochkommenden Hände. Als endlich das erlösende Aus kam, war Rodney völlig erschöpft, psychisch fast am Ende, "Verdammt noch mal" - durchfuhr es ihn - "jetzt haben sie das Ding so oft aufgenommen, weil du es einfach nicht gebracht hast. Du hast diese Szene versaut, und Morgan wird dich nun feuern." Demoralisiert erschien er bei Glen Morgan. Und der sagte -ganz, wie es seine Art ist - ohne große Emotion in der Stimme, daß er schlichtweg begeistert sei. Rodney fiel ein Stein vom Herzen. Er hatte überhaupt das Unglück, als letzter am Set einzutreffen, weshalb er manche Torturen, welche die anderen gemeinsam hatten bewältigen können, nun alleine durchstehen mußte, speziell den Schwitzstreß in den Raumanzügen. Aber es spricht für die von Anfang an familiäre Stimmung am Drehort, daß die noch völlig fremden Kollegen sein schweres Schicksal gleich mit wertvollen Tips erleichterten. Aller Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten. Das merkte Rodney, als die Produktion in Serie ging. Spätabends kaputt Ins Bett fallen und sich frühmorgens wieder ins Schlachtgetümmel eines 14-Stunden -Tages stürzen - da bleibt keine Zeit für Privatleben. Kurz nachdem die Dreharbeiten zu SPACE begonnen hatten, sagte Rodney seinen Freunden: "Von mir hört ihr erst in neun Monaten wieder etwas..."
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